Junge Modellbauer des TVF werden ‚flügge‘

Hurra!! Selbstbau fertig, jetzt geht’s zum Fliegen. Nach 5-monatiger Bauzeit sind auch die letzten fünf jugendlichen Modellbauer des TV-Falkenberg mit ihren selbst gebauten Holzmodellen fertig geworden. Die Flieger sind individuell gestaltet, nix mit Katalogware vom Händler oder aus den Internet! Jeder hat sein ganz persönliches Modell erschaffen.

Jetzt steht die Sonne am Himmel, es ist warm und die Akkus sind geladen. Also nix wie raus zum Erstflug! Aber Stopp: Moment noch, nichts überstürzen! Erstmal werden die Modelle von erfahrenen Modellfliegern des TVF eingeflogen, um die Flugeigenschaften zu testen, die Einstellungen zu überprüfen und bei Bedarf zu korrigieren. Das erfordert einige Erfahrung, Wissen und einen kühlen Kopf in kritischen Situationen. Nach diesen Trimmflügen und einigen Einweisungen in die Regeln am Platz und in der Luft dürfen dann die Jugendlichen im Schülermodus fliegen. Dabei sind sie mit dem Sender des Lehrers verbunden. Der kann im Notfall eingreifen und das Modell vor dem Absturz bewahren. Diese Methode erinnert ein bisschen an den Fahrschullehrer und ist sehr erprobt und erfolgssicher! Denn nichts ist frustrierender, als das eben noch sehr schöne Modell gleich wieder reparieren zu müssen.

Gerade die ersten Flüge sind für Anfänger richtig aufregend. Da hat man wochenlang sehr akribisch gebaut, neue Fertigkeiten erworben, mit Klebstoff, Lötkolben und Schleiflatte gekämpft, Mama gezeigt, dass man auch bügeln kann, all sein Herzblut reingesteckt, und dann soll man das Modell den freien Kräften der Aerodynamik ausliefern? Dazu gehört schon Mut! Deshalb werden die Jugendlichen nach und nach im Schülermodus an das Steuergefühl, das räumliche Sehen und Denken und letztendlich an die Flugeigenschaften des Modells herangeführt. Einige haben schon Erfahrungen mit Hallenfliegern oder mit einem Simulator. Draußen ist aber vieles anders, sei es nur der böige Wind, die nahe Baumreihe oder die tief stehende Sonne. Auch die Entfernungsabschätzung muss man üben. Dazu kommen Nervosität und fehlende Reflexe, um das Modell souverän durch die Luft und letztendlich wieder auf den Boden zu steuern. Schließlich ist alles live, einen Resetknopf und ein ‚neues Leben‘ gibt es nicht! 10 Minuten Flugdauer bedeuten andauernd hohe Konzentration und sind für Anfänger doch schon anstrengend. Nach jedem Flug gilt deswegen: erstmal durchatmen! Dann gibt es eine Manöverkritik, die sowohl das Modell als auch das Steuerverhalten des Schülers betreffen. Nach der Devise: Mit jedem Flug werden wir, Modell und Steuerer, besser.

Wie kommen die Jugendlichen eigentlich hin zum Modellflugplatz? Schließlich liegt der zwischen Grasberg und Tarmstedt und damit gut 10 Kilometer vom Falkenberger Kreisel entfernt. Eine Busverbindung dahin gibt es nicht. Auch hier bieten die Vereinsmitglieder eine Lösung an: Über WattsApp oder Telefon werden Verabredungen getroffen und Mitfahrgelegenheiten organisiert. Irgendwer fährt immer! Somit wird jedem die Möglichkeit gegeben, am Flug- und Vereinsleben teilzunehmen. Natürlich sind auch die Eltern herzlich gerne gesehen, nicht nur um ihre Kinder zu unterstützen, sondern auch selbst mitzumachen. Mancher Erwachsene ist darüber selbst zum Modellflug gekommen und wird gerne als aktiver Modellpilot aufgenommen.

Zurück zu den Kids: Die Erfahrung zeigt, dass Jugendliche, wenn sie den Bogen erstmal raus haben, die abenteuerlichsten Figuren an den Himmel zaubern und damit riesigen Spaß haben. Da staunt der ‚alte Hase‘, welche Bewegungen die Flugmodelle aushalten und in welch rasender Geschwindigkeit die Bewegungen ablaufen können. Wenn dann der Pilot nach der Landung Anerkennung, womöglich Applaus, bekommt, ist ihm der Stolz ins Gesicht geschrieben. Aber wie immer gilt: üben, üben, üben und nochmal üben! Krönung kann dann ein Treffen oder ein Wettbewerb unter Gleichgesinnten sein.

Ansprechpartner

Reinhold

Baukurse und
draußen fliegen

 

Matthias

Hallenfliegen